Stotterer haben es bei Bewerbungen besonders schwer. Daher hat die Selbsthilfegruppe für Stotternde Menschen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Stotterer-Selbsthilfe am 10. Januar 2009 ein Bewerbungstraining für Stotterer im Bürgerhaus Göppingen durchgeführt.
Dafür kam das Beraterteam von www.Bewerbungstraining24.de mit Stephan Hansen und Partnerin aus Köln. Der Referent ist selber Stotterer und hat durch seine langjährige Arbeit als Personalreferent in mehreren großen Firmen umfangreiche praktische Erfahrungen in Bezug auf die Anforderungen und Erfordernisse bei Stellenbesetzungen in Unternehmen gesammelt.

Das große Problem bei Stotterern ist die Angst vor der Reaktion der Anderen. Gerade bei einer Bewerbung um eine Arbeitsstelle kommt es neben perfekten Unterlagen auf eine ansprechende sprachliche Präsentation an. Stotterern fällt es durch die angespannte Situation in Bewerbungsgesprächen sehr schwer flüssig zu sprechen und können somit leider nur schwer überzeugen..
Stottern ist eine Unterbrechung des Redeflusses, die sich im Langziehen und Wiederholen von Lauten, Silben und Wörtern in Sprechblockaden äußert. Manchmal verkrampfen sich dabei die Gesichtsmuskeln oder es kommt zu Mitbewegungen des Körpers. Im Moment des Stotterns, weiß der Stotternde genau was er sagen möchte. Er kann es nur in diesem Moment nicht fließend aussprechen.
In einem Tagesseminar wurden alle Themen rund um die Bewerbung behandelt und erarbeitet. Es wurde besprochen, ob das Thema „Stottern“ ins Bewerbungsanschreiben gehört, wie ein Stotterer vor dem Vorstellungstermin seine Angst mindern kann und wie der Stotterer während des Vorstellungsgespräches mit dem Stottern umgehen sollte. Ein offener aber gut überlegter Umgang kann die Situation für beide Seiten erheblich erleichtern. Wenn der Stotterer sich wegen seines Stotterns unwohl fühlt, dann wird häufig dieses negative Gefühl auf die gesamte Situation übertragen. Dies gilt es aktiv zu trainieren und sich der Angst zu stellen!

Die Sprachbehinderung von Bewerbern beeinflusst ihre Qualitäten in anderen Bereichen nicht. Stottern ist in jedem Alter in hohem Maße veränderbar. Jedoch die Akzeptanz und die Miteinbeziehung der Öffentlichkeit z. B. durch eine Selbsthilfegruppe stellt den Stotterer vor eine sehr schwere Herausforderung. Bewerber, die auf ihre sprachtherapeutische Behandlung oder ihr Engagement in der Selbsthilfe hinweisen, setzen sich aktiv mit ihrem Stottern auseinander und geben so ein positives Zeichen.
Um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, ist es wichtig ein professionelles Anschreiben, einen gut strukturierten Lebenslauf mit Lichtbild und eventuell ein Kompetenzprofil zu erstellen. Dies wurde daher auch in dem Seminar ausführlich erarbeitet.
Der Selbsthilfegruppe hat dieser Tag sehr gut gefallen. Die Professionalität von Stephan Hansen konnte man immer wieder bewundernd feststellen. Die behandelten Themen werden den Teilnehmern bei der Bewerbungserstellung und bei den Vorstellungsgesprächen auf jeden Fall weiterhelfen. Vielleicht wird sich noch mal die Gelegenheit für ein Bewerbungstraining ergeben.